Einleitung: Die 100.000-Euro-Frage im E-Commerce
Es ist die klassische Entscheidungssituation für E-Commerce-Manager und CTOs im Jahr 2026: Du stehst vor einem Relaunch oder einer Neuimplementierung und das Wort Magento fällt. Doch sofort folgt die Verwirrung. Ist es Magento? Ist es Adobe Commerce? Brauchst du die Cloud? Und vor allem: Lohnt sich der massive Preissprung zur Enterprise-Version wirklich?
Die Landschaft hat sich seit der Übernahme von Magento durch Adobe drastisch verändert. Während Adobe Commerce (ehemals Enterprise Edition) sich immer stärker in Richtung einer geschlossenen, hochpreisigen Suite für Großkonzerne entwickelt, bleibt Magento Open Source (ehemals Community Edition) das Rückgrat für flexible, innovative Händler – und bekommt durch Initiativen wie Mage-OS neuen Rückenwind. Laut mateuszzbylut.com ist diese Entwicklung ein Zeichen für die Stärke der Community.
Dieser Artikel ist kein oberflächlicher Vergleich. Wir gehen tief in die Materie. Wir analysieren nicht nur Features und Lizenzkosten, sondern beleuchten auch strategische Aspekte, die in Standard-Vergleichen oft fehlen: Datenhoheit in Deutschland (DSGVO) und der wahre Wert von AI im E-Commerce. Denn oft wird AI als Verkaufsargument für die teure Lizenz genutzt, obwohl eine spezialisierte KI-Beratung auf der freien Version oft leistungsfähiger ist.
Ob du ein Hidden Champion im deutschen Mittelstand oder ein aufstrebender B2C-Brand bist – dieser Guide zum Thema Adobe Commerce vs Magento liefert dir das Framework für eine Entscheidung, die auch 2030 noch Bestand hat. Die Mage-OS Association garantiert dabei die langfristige Weiterentwicklung der Open-Source-Plattform.
Begriffsdefinition: Was ist was im Jahr 2026?
Bevor wir in die Analyse einsteigen, müssen wir das Namenschaos beseitigen. Adobe hat das Branding aggressiv umgestellt, was oft zu Missverständnissen führt. Die Unterscheidung zwischen Magento Community vs Enterprise – oder in der aktuellen Terminologie Magento Open Source vs Commerce – ist fundamental für deine Entscheidungsfindung.
Magento Open Source: Das flexible Fundament
Dies ist das System, das früher als Magento Community Edition bekannt war. Es bildet die Basis für tausende erfolgreiche Online-Shops weltweit.
- Modell: Kostenlose Lizenz (Open Source) – du zahlst keinen Cent an Adobe für die Software selbst
- Hosting: Du wählst den Hoster selbst (On-Premise oder Cloud deiner Wahl) – maximale Flexibilität
- Zielgruppe: Kleine bis große Unternehmen, die volle Kontrolle über ihren Code und ihre Daten benötigen und über Entwickler-Ressourcen (intern oder Agentur) verfügen
- Status 2026: Weiterhin extrem populär, unterstützt durch die Community und die Mage-OS Association, die sicherstellt, dass die Plattform auch ohne Adobes vollen Fokus weiterentwickelt wird
Adobe Commerce: Das Enterprise-Paket
Dies ist die Weiterentwicklung der Magento Enterprise Edition. Wie eesel.ai berichtet, richtet sich diese Version primär an Großunternehmen mit komplexen Anforderungen.
- Modell: Jährliche Lizenzgebühren basierend auf dem Umsatz (GMV) – je mehr du verkaufst, desto mehr zahlst du
- Adobe Commerce On-Premise: Du hostest selbst, zahlst aber für die Software-Features und den Support
- Adobe Commerce Cloud: PaaS-Lösung (Platform as a Service), inklusive Hosting auf Adobes Infrastruktur (Azure)
- Zielgruppe: Große Enterprises, die SLA-gestützten Support, out-of-the-box B2B-Suiten und PCI-Compliance benötigen
Mage-OS: Der neue Community-Player
Ein wichtiger Hinweis für 2026: Mage-OS ist ein Community-getriebener Fork von Magento Open Source. Er ist vollständig kompatibel mit dem Original, enthält aber Bugfixes und Verbesserungen, die Adobe in der kostenlosen Version vernachlässigt hat. Wie die Mage-OS Organisation bestätigt, ist dies für viele deutsche Agenturen mittlerweile der Standard für neue Magento-Projekte.

Die Kernunterschiede: Adobe Commerce vs Magento
Die Entscheidung Adobe Commerce vs Magento wird oft auf eine einfache Formel reduziert: Kostenlos vs. Teuer. Das ist jedoch gefährlich kurzsichtig. Lass uns die Unterschiede bei Magento Open Source vs Commerce im Detail betrachten und herausfinden, welche Version für dein Unternehmen wirklich Sinn macht.
Kosten & Total Cost of Ownership (TCO)
Dies ist meist der erste Filter bei der Entscheidung Magento Community vs Enterprise. Die Lizenzkosten für Adobe Commerce sind signifikant und wiederkehrend – ein Faktor, den du bei deiner langfristigen Planung berücksichtigen musst.
Magento Open Source punktet mit einer Lizenzgebühr von exakt 0 € pro Jahr. Das Hosting ist variabel und kostet je nach Traffic etwa 300 € bis 2.000 € pro Monat bei deutschen Spezialisten wie MGT-Commerce oder Maxcluster. Allerdings sind die Entwicklungskosten höher, da fehlende Features wie etwa B2B-Funktionalitäten durch Module oder Eigenentwicklung nachgerüstet werden müssen.
Adobe Commerce hingegen startet bei ca. 22.000 $ pro Jahr für Umsätze unter 1 Mio. $. Bei Umsätzen über 25 Mio. $ steigen die Kosten schnell auf 125.000 $ bis 200.000 $ pro Jahr, wie webkul.com und YouTube-Analysen bestätigen. Die Cloud-Version startet oft erst bei 40.000 $ pro Jahr. Wie elogic.co berichtet, fallen auch hier erhebliche Agenturkosten an – oft sogar mit höheren Stundensätzen, da zertifizierte Adobe Commerce-Entwickler teurer sind.
Keine jährlichen Lizenzgebühren, volle Flexibilität bei Hosting und Entwicklung
Mindestens 22.000 $ pro Jahr bei kleinen Umsätzen, steigend mit GMV
Die Cloud-Version startet bei ca. 40.000 $ jährlich inklusive Hosting
Durch Open Source + spezialisierte Tools statt Enterprise-Lizenz
Analyse: Für viele mittelständische Unternehmen (GMV 2-10 Mio. €) ist die Lizenzgebühr von Adobe Commerce oft schwer zu rechtfertigen. Bedenke: Für 40.000 € pro Jahr könntest du bereits einen halben Senior-Entwickler finanzieren oder massive Marketing-Budgets freimachen. Diese Ressourcen könnten etwa in eine digitale Produktberatung wechseln, die deinen Umsatz nachhaltig steigert.
Hosting, Sicherheit & DSGVO – Der German Angle
Hier wird es für den DACH-Markt kritisch. Die Entscheidung zwischen Magento Open Source vs Commerce hat direkte Auswirkungen auf deine Datenschutz-Compliance.
Adobe Commerce Cloud nutzt eine PaaS-Infrastruktur, meist auf Azure. Zwar gibt es europäische Rechenzentren, aber du gibst die Kontrolle über die Infrastruktur ab. Wie cunderwood.dev analysiert, kann der Shared Responsibility-Ansatz bei der DSGVO komplex sein, insbesondere im Hinblick auf den US CLOUD Act.
Magento Open Source hingegen bietet dir volle Datenhoheit. Du kannst bei einem deutschen Hoster (z.B. in Frankfurt) hosten, der ISO 27001 zertifiziert ist und garantiert, dass keine Daten die EU verlassen. Für deutsche Datenschutzbeauftragte ist dies oft das Killer-Argument für Open Source. Laut neterra.cloud ist diese lokale Kontrolle ein entscheidender Vorteil für DACH-Unternehmen.
Sicherheit: Adobe Commerce bietet automatisierte PCI-Compliance-Tools. Bei Open Source bist du selbst (oder deine Agentur) dafür verantwortlich, Patches einzuspielen. Mit kompetenten Partnern ist das Sicherheitsniveau von Open Source jedoch identisch hoch, wie magefan.com und netsolutions.com bestätigen.
B2B-Funktionalitäten im Vergleich
Adobe Commerce glänzt im B2B-Bereich. Die integrierte B2B-Suite umfasst leistungsstarke Features, die für Geschäftskunden essentiell sind. Wie netsolutions.com und bsscommerce.com dokumentieren, gehören dazu:
- Firmenkonten mit komplexen Hierarchien und granularen Berechtigungen
- Vollständige Angebotsprozesse (Quotes) mit verhandelten Preislisten
- Schnellbestelllisten und Requisition Lists für wiederkehrende Bestellungen
- Kreditlimit-Management und spezielle Zahlungsbedingungen für Geschäftskunden
Der Open Source Workaround: Magento Open Source hat diese Features nicht nativ. Aber: Es gibt exzellente Drittanbieter-Module von Anbietern wie Amasty, Mageplaza oder BSS Commerce, die diese Lücke für einen Bruchteil der Lizenzkosten schließen. Laut magefan.com kosten diese Module oft einmalig nur 300-500 € pro Funktionsbereich – ein enormer Unterschied zu den jährlichen Enterprise-Lizenzkosten.
Urteil: Wenn du extrem komplexe B2B-Logiken mit verschachtelten Unternehmensstrukturen und hochindividuellen Genehmigungsworkflows hast, spart Adobe Commerce tatsächlich Entwicklungszeit. Für Standard-B2B-Anforderungen sind Module auf Open Source jedoch fast immer wirtschaftlicher.
Support & Skalierbarkeit
Der Support-Aspekt wird bei der Entscheidung Magento Community vs Enterprise oft unterschätzt. Wie MGT-Commerce analysiert, bietet Adobe Commerce 24/7 Support und einen dedizierten Customer Success Manager. Das ist wichtig für Konzerne, die eine Versicherung brauchen, um Verantwortung formal abzugeben.
Bei Open Source kommt der Support von deiner Agentur oder der Community. Aureatelabs bestätigt: Die Community ist riesig und oft schneller als der offizielle Support, aber es gibt keine SLA vom Hersteller. Für den KI im Kundenservice bedeutet das, dass du auf kompetente Agentur-Partner angewiesen bist.
Suche vs. Beratung: Der kritische AI-Vergleich
Hier liegt der größte strategische Fehler, den Unternehmen bei der Entscheidung machen. Adobe verkauft die Commerce-Lizenz oft mit dem Argument Native AI durch Adobe Sensei. Doch was bedeutet das wirklich? Der Unterschied zwischen Suche und Beratung ist fundamental – und wird in den meisten Vergleichen zwischen Adobe Commerce vs Magento komplett ignoriert.
Was Adobe Sensei bietet: Die Black Box
Adobe Sensei in Adobe Commerce bietet Features wie Live Search und Product Recommendations. Wie wagento.com und MGT-Commerce dokumentieren, arbeitet das System primär statistisch und verhaltensbasiert: Kunden, die X kauften, kauften auch Y oder Dieses Produkt wird oft zusammen angesehen.
- Vorteil: Es ist tief integriert und automatisiert Cross-Selling basierend auf Massendaten ohne zusätzliche Entwicklung
- Nachteil: Es versteht den Kunden nicht wirklich – es optimiert auf Klicks, nicht auf echte Problemlösung
- Die Realität: Wenn ein Kunde nach Laufschuhe für Marathon bei Regen sucht, liefert Sensei Produkte, die die Keywords enthalten oder statistisch passen, aber es berät nicht aktiv
Wie swiftotter.com kritisch anmerkt und YouTube-Reviews bestätigen, ist Live Search eine Black Box – du hast wenig Kontrolle über das Ranking. Für Merchandiser, die bestimmte Produkte pushen wollen (z.B. wegen hoher Marge oder Lagerbestand), kann das frustrierend sein.
Die Lücke: Suche vs. echte Beratung
Die meisten Vergleiche zwischen Magento Open Source vs Commerce ignorieren den fundamentalen Unterschied zwischen Finden (Search) und Beraten (Consultation). Dabei ist genau hier der Hebel für höhere Conversions.
- Search (Adobe Sensei / Algolia / Klevu): Reagiert auf Keywords. Gut für Kunden, die genau wissen, was sie wollen (z.B. Nike Air Max Größe 42)
- Consultation (Das fehlende Puzzlestück): Reagiert auf Bedürfnisse. Gut für Kunden, die ein Problem haben, aber das Produkt nicht kennen (z.B. Welcher Laufschuh stabilisiert meinen Fuß bei Überpronation?)
Genau hier kommt das Konzept der spezialisierte KI Produktberatung ins Spiel. Eine echte AI-Beratung versteht nicht nur Keywords, sondern analysiert Bedürfnisse, stellt Rückfragen und empfiehlt Produkte basierend auf Verständnis – nicht nur auf Statistik.

Die Lösung: Open Source + Spezialisierte AI
Anstatt 40.000 €+ pro Jahr für Adobe Commerce zu zahlen, um eine statistische AI zu erhalten, wählen smarte Unternehmen im Jahr 2026 oft folgenden Hybrid-Weg:
Magento Open Source oder Mage-OS als flexibles Fundament mit 0 € Lizenzkosten
Deutscher Hoster mit ISO-Zertifizierung für maximale Datenhoheit
Drittanbieter-Module für Business-Funktionen zu einmaligen Kosten
Spezialisierte Conversational AI für echte Produktberatung statt nur Suche
Warum dieser Ansatz überlegen ist: Eine spezialisierte Conversational AI kann als echter Verkaufsberater agieren. Sie nutzt Large Language Models (LLMs), um Produktattribute und Nutzungskontexte zu verstehen. Sie kann Fragen stellen, Bedürfnisse analysieren und Produkte empfehlen, weil sie passen – nicht nur weil andere sie gekauft haben. Mit KI-gestützter Produktberatung erhältst du Enterprise Intelligence auf einer Community Plattform – und das oft zu einem Bruchteil der TCO.
Verwandle deinen Online-Shop von einem statischen Katalog in einen digitalen Verkaufsberater. Teste jetzt, wie KI-Beratung deine Conversion steigert – auf jeder Plattform.
Kostenlos testenDeep Dive: Warum Native AI oft enttäuscht
Lass uns noch einmal auf das Thema Magento Open Source vs Commerce im Kontext von AI zurückkommen. Adobe bewirbt Sensei massiv als Differenzierungsmerkmal. Doch in der Praxis zeigen sich deutliche Grenzen, die in Marketing-Materialien gerne verschwiegen werden.
Das Problem mit Black Box AI
Adobe Live Search (Teil von Commerce) nimmt dir viel Arbeit ab, aber auch die Kontrolle. Du kannst oft nicht genau steuern, warum ein Produkt oben rankt. Für Merchandiser, die bestimmte Produkte pushen wollen (z.B. wegen hoher Marge oder Lagerbestand), kann das extrem frustrierend sein. Du gibst einen Teil deiner Sortimentsstrategie an einen Algorithmus ab, dessen Logik du nicht nachvollziehen kannst.
Der Unterschied zu 2026er AI-Standards
Wir leben in der Ära von ChatGPT und LLMs. Kunden erwarten heute mehr als nur Ähnliche Produkte. Sie erwarten Dialog. Ein moderner KI Chatbot kann weit mehr als Adobes integrierte Lösung.
- Adobe Commerce: Bietet Silent AI im Hintergrund (Ranking, Sortierung) – der Kunde merkt kaum, dass AI im Spiel ist
- Moderne Anforderung: Kunden wollen Active AI – ein Assistent, der fragt: Suchst du das Fahrrad für den Weg zur Arbeit oder für Sport? und basierend darauf filtert
- Der Unterschied: Statistik zeigt, was andere kauften. Verständnis zeigt, was du brauchst.
Strategischer Tipp: Nutze die Flexibilität von Magento Open Source, um genau solche modernen Agentic AI Tools per API anzubinden. Da du keine Lizenzgebühren zahlst, hast du das Budget frei, um deinen Shop von einem Katalog in einen digitalen Verkäufer zu verwandeln. Das Konzept von Conversational AI im DACH zeigt, wie erfolgreich dieser Ansatz bereits umgesetzt wird.
Feature vs. Kosten Matrix: Der Überblick
Diese Tabelle visualisiert den Vergleich Adobe Commerce vs Magento und zeigt, wie du mit Open Source und Drittanbieter-Tools oft besser fährst als mit der teuren Suite. Der dritte Ansatz demonstriert, wie KI-Produktberatung FAQ-Bots ersetzt und echten Mehrwert schafft.
| Feature | Magento Open Source | Adobe Commerce | Open Source + Spezialisierte AI |
|---|---|---|---|
| Lizenzkosten | 0 € | ab 22.000 $ / Jahr | 0 € (zzgl. Tool-Kosten) |
| Hosting | Frei wählbar (DE/EU) | Cloud (PaaS) oder On-Prem | Frei wählbar (Max. DSGVO) |
| B2B Features | Via Extensions (~500 €) | Nativ integriert | Via Extensions |
| Page Builder | Basis-Version | Erweitert (Staging, Preview) | Basis + Hyvä Themes |
| Produktsuche | Elasticsearch / OpenSearch | Live Search (Adobe Sensei) | Elasticsearch + AI Layer |
| Produkt-Intelligenz | Basis-Filter | Statistische Empfehlungen | Konversationelle Beratung |
| Support | Community / Agentur | Adobe Support (SLA) | Agentur + Tool-Support |
| DSGVO-Kontrolle | Maximum (Self-Hosting) | Eingeschränkt (Cloud) | Maximum (Self-Hosting) |
Entscheidungs-Framework: Wer sollte was wählen?
Um dir die Entscheidung zwischen Magento Community vs Enterprise zu erleichtern, haben wir basierend auf den Marktdaten 2026 ein Framework entwickelt. Die richtige Wahl hängt von deinen spezifischen Anforderungen ab – nicht von Marketing-Versprechen.
Szenario A: Wähle Magento Open Source oder Mage-OS
Die Open-Source-Variante ist die richtige Wahl für dich, wenn folgende Punkte zutreffen:
- Budget-Effizienz: Du investierst lieber in Innovation (UX, AI-Beratung, Marketing) als in Software-Miete
- Datenhoheit (DSGVO): Du willst oder musst deine Daten auf deutschen Servern unter deiner vollen Kontrolle halten
- Flexibilität: Du benötigst maßgeschneiderte Anpassungen, die tief in den Core eingreifen, ohne auf Adobe-Roadmaps warten zu müssen
- Der Hybrid-Ansatz: Du planst, spezialisierte Best-of-Breed Tools (z.B. für Suche, PIM oder AI-Beratung) anzubinden, anstatt dich auf die Adobe-Suite zu verlassen
- Agentur-Expertise: Du hast eine kompetente Magento-Agentur, die Sicherheitsupdates und Weiterentwicklung übernimmt
Szenario B: Wähle Adobe Commerce
Adobe Commerce macht Sinn, wenn du folgende Kriterien erfüllst:
- Konzern-Compliance: Deine IT-Richtlinien schreiben zwingend Hersteller-Support (SLA) und PCI-Zertifizierung ab Werk vor
- Massives B2B-Volumen: Du nutzt alle B2B-Features (Quotes, Hierarchien, Kreditlimits) intensiv und willst diese nicht über Module pflegen
- Adobe-Ökosystem: Du nutzt bereits intensiv Adobe Experience Manager (AEM), Adobe Analytics und Marketo und profitierst von der nahtlosen Integration
- Geld spielt eine untergeordnete Rolle: Bei einem GMV von >50 Mio. € fallen 100.000 € Lizenzkosten kaum ins Gewicht im Vergleich zum Gesamtumsatz

Praktische Tipps für den deutschen Markt
Wenn du dich für eine der beiden Varianten entscheidest, beachte diese DACH-spezifischen Punkte. Der deutsche Markt hat besondere Anforderungen, die in internationalen Vergleichen oft untergehen. Dabei wird auch KI-Beratung wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit.
German Setup: Rechtssicherheit gewährleisten
Egal ob Commerce oder Open Source – du benötigst Anpassungen für den deutschen Markt hinsichtlich Rechtssicherheit, AGB, Widerruf und Datenschutzhinweisen. Das Modul FireGento MageSetup ist hier der Goldstandard für Open Source. Wie magecloud.net und die GitHub-Dokumentation bestätigen, deckt dieses Modul alle wesentlichen Anforderungen ab.
Performance & Frontend optimieren
Adobe Commerce setzt oft noch auf das schwerfällige Luma-Theme oder PWA Studio. Im Open-Source-Bereich hat sich Hyvä Themes als Standard etabliert – es ist drastisch schneller und günstiger in der Entwicklung. Du kannst Hyvä auch mit Adobe Commerce nutzen (ja, das ist möglich), aber der ROI ist bei Open Source deutlich höher, da du die Ersparnisse bei der Lizenz in Performance-Optimierung investieren kannst.
Zahlungsarten für den DACH-Markt
Stelle sicher, dass lokale Payment-Provider wie PayPal Plus, Klarna und Rechnungskauf (Ratepay/Unzer) sauber integriert sind. Dies ist bei beiden Versionen meist über Module gelöst, nicht über den Core. Auch für die KI-gestützter Produktberatung Conversion ist ein reibungsloser Checkout essentiell.
Die Zukunft: Warum KI das Spielfeld verändert
Die Diskussion um Adobe Commerce vs Magento wird in den kommenden Jahren zunehmend von einem Faktor dominiert: Künstliche Intelligenz. Aber nicht die Art von AI, die Adobe verkauft – sondern spezialisierte Lösungen, die echten Mehrwert schaffen.
Das Konzept von KI im Personalwesen zeigt bereits, wie transformativ spezialisierte AI in anderen Bereichen wirkt. Im E-Commerce ist das Potenzial noch größer. Wenn du einen KI Chatbot nutzen möchtest, der wirklich verkauft, brauchst du keine teure Enterprise-Lizenz – du brauchst die richtige Tool-Kombination.
Der Trend zeigt klar: Unternehmen, die mit KI-Produktberatung mehr verkaufst, setzen auf modulare Architekturen. Sie nutzen Open Source als flexibles Fundament und ergänzen es mit Best-of-Breed Tools für spezifische Anforderungen. Dieser Ansatz ist nicht nur kosteneffizienter – er ist auch zukunftssicherer.
Fazit: Das Enterprise-Label hinterfragen
Die Entscheidung Adobe Commerce vs Magento Open Source ist keine Entscheidung über Gut vs. Schlecht, sondern über Passend vs. Unpassend. Lass dich nicht vom Enterprise-Label blenden – es bedeutet oft nur höhere Kosten, nicht automatisch bessere Ergebnisse.
Für 90% der Händler im DACH-Raum ist Magento Open Source (oder Mage-OS) in Kombination mit einem starken Hosting-Partner und modernen Drittanbieter-Tools die wirtschaftlich vernünftigere Wahl. Du behältst die Kontrolle über deine Daten, sparst massive Lizenzkosten und bleibst flexibel für zukünftige Entwicklungen.
Der entscheidende Wettbewerbsvorteil 2026 liegt nicht in der Commerce-Lizenz, sondern darin, wie intelligent dein Shop verkauft. Anstatt das Budget in Lizenzgebühren für Standard-Features zu versenken, investiere es lieber in eine AI-gestützte Verkaufsberatung, die auf deiner Open-Source-Plattform läuft. So schaffst du echten Mehrwert für deine Kunden – und differenzierst dich von der Masse der dummen Katalog-Shops.
Deine Handlungsempfehlung
- Berechne deinen TCO über 3 Jahre: Vergleiche Lizenzkosten mit Entwicklungskosten und berücksichtige die Opportunitätskosten des gebundenen Budgets
- Prüfe deine B2B-Anforderungen: Sind sie Standard (→ Module reichen) oder hochkomplex (→ Adobe Commerce erwägen)?
- Evaluiere deine DSGVO-Anforderungen: Ist Self-Hosting mit voller Datenkontrolle ein Muss für dein Unternehmen?
- Teste den Unterschied: Vergleiche die Product Recommendations von Adobe mit einer echten AI-Consultation-Demo – der Unterschied zwischen Statistik und Verständnis ist der Umsatz von morgen
Häufige Fragen zu Adobe Commerce vs Magento
Magento Open Source (ehemals Community Edition) ist die kostenlose, flexible Version mit voller Code-Kontrolle. Adobe Commerce (ehemals Enterprise Edition) ist die kostenpflichtige Version mit zusätzlichen B2B-Features, integrierter AI (Sensei) und offiziellem Support. Der Hauptunterschied liegt in den Lizenzkosten (ab 22.000 $/Jahr für Adobe Commerce) und dem Umfang der enthaltenen Features.
Für die meisten mittelständischen Unternehmen (GMV 2-10 Mio. €) ist Adobe Commerce wirtschaftlich schwer zu rechtfertigen. Die jährlichen Lizenzkosten von mindestens 22.000 $ können besser in Entwicklung, Marketing oder spezialisierte AI-Tools investiert werden. Ausnahme: Wenn du bereits das Adobe-Ökosystem intensiv nutzt oder extrem komplexe B2B-Prozesse hast.
Mage-OS ist ein Community-getriebener Fork von Magento Open Source, der vollständig kompatibel ist, aber zusätzliche Bugfixes und Verbesserungen enthält. Viele deutsche Agenturen empfehlen Mage-OS mittlerweile als Standard für neue Projekte, da es aktiver gepflegt wird und die Community-Interessen besser vertritt.
Adobe Sensei bietet solide statistische Empfehlungen (Kunden kauften auch...), aber keine echte Produktberatung. Spezialisierte AI-Tools können als konversationelle Berater agieren, Kundenbedürfnisse analysieren und passende Produkte empfehlen – nicht nur basierend auf Statistik, sondern auf echtem Produktverständnis. Für beratungsintensive Sortimente ist spezialisierte AI oft überlegen.
Magento Open Source bietet maximale DSGVO-Kontrolle, da du selbst entscheidest, wo deine Daten liegen. Mit einem deutschen Hoster und ISO-Zertifizierung hast du volle Datenhoheit. Adobe Commerce Cloud auf Azure kann durch den US CLOUD Act problematisch sein, da US-Behörden theoretisch Datenzugriff verlangen können – auch bei EU-Rechenzentren.
Egal ob Magento Open Source oder Adobe Commerce – mit der richtigen AI-Beratung machst du jeden Shop zum digitalen Verkaufsberater. Erlebe den Unterschied zwischen Suche und echter Beratung.
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