WhatsApp Business API Chatbot: Vom FAQ-Bot zum KI-Berater

WhatsApp Business API Chatbot als KI-Verkaufsberater einsetzen: DSGVO-konform, ohne Halluzinationen. Guide 2026 mit Pricing & Use Cases.

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Lasse Lung
CEO & Co-Founder bei Qualimero
6. Januar 202618 Min. Lesezeit

Warum 'Drücken Sie die 1' ausgedient hat

Stell dir vor, du betrittst ein Fachgeschäft. Kein Verkäufer ist zu sehen. Stattdessen steht am Eingang ein Terminal mit drei Knöpfen: Öffnungszeiten, Rücksendung, Rechnung. Wenn du eine Frage zu einem Produkt hast – etwa, ob der Wanderschuh auch für breite Füße geeignet ist – hast du Pech. Das Terminal kennt nur diese drei Knöpfe.

Genau so fühlen sich Millionen Kunden heute, wenn sie mit veralteten WhatsApp Chatbots interagieren. Die Frustration ist real, messbar und kostet Unternehmen jeden Tag Umsatz.

Lange Zeit galt der WhatsApp Business API Chatbot primär als Werkzeug zur Effizienzsteigerung im Kundenservice. Das Ziel war simpel: Tickets abwehren, Personalkosten senken, Standardfragen automatisieren. Doch im Jahr 2025 und mit Blick auf 2026 hat sich das Blatt gewendet. Die Technologie ist reif für mehr – und Unternehmen, die das nicht erkennen, verlieren den Anschluss.

Wir erleben gerade einen massiven Shift im Conversational Commerce: Weg vom reaktiven Support-Bot, hin zum proaktiven KI-Produktberater. Unternehmen, die diesen Wandel verstehen, nutzen WhatsApp nicht mehr nur, um Beschwerden zu managen, sondern um Umsätze zu generieren, die früher nur im persönlichen Verkaufsgespräch möglich waren. Dieser Ansatz revolutioniert bereits jetzt die Art, wie Conversational AI im DACH-Markt eingesetzt wird.

In diesem umfassenden Guide erfährst du, wie du einen WhatsApp Business API Chatbot baust, der nicht nur nervige Fragen filtert, sondern verkauft wie dein bester Mitarbeiter – DSGVO-konform, halluzinationsfrei und bereit für die Preisstrukturen von 2025.

Der Paradigmenwechsel im Überblick
73%
Kundenpräferenz

der Kunden bevorzugen Messaging-Kanäle für Produktberatung

4x
Conversion Rate

höhere Abschlussquote bei KI-gestützter Beratung vs. FAQ-Bot

24h
Service-Fenster

kostenlose Interaktion nach Kundenanfrage im neuen Pricing-Modell

89%
Genauigkeit

Antwortpräzision durch RAG-Technologie statt freier KI-Generierung

Basics: Was ist ein WhatsApp Business API Chatbot?

Bevor wir in die KI-Strategie eintauchen, müssen wir das Fundament klären. Viele Unternehmen verwechseln immer noch die kostenlose WhatsApp Business App mit der API. Dieser Unterschied ist jedoch entscheidend – sowohl für die Skalierbarkeit als auch für den Datenschutz. Wenn du noch nicht sicher bist, welche Variante für dich die richtige ist, findest du in unserem Artikel Was ist WhatsApp Business eine detaillierte Einführung.

Der Unterschied: App vs. API

Für den privaten Gebrauch oder den kleinen Blumenladen um die Ecke mag die WhatsApp Business App (die man einfach im App Store lädt) ausreichen. Für professionelle Unternehmen, die skalieren wollen und den deutschen Datenschutz ernst nehmen, ist sie jedoch eine Sackgasse.

FeatureWhatsApp Business AppWhatsApp Business API (Platform)
NutzerKleinunternehmer (1-2 Personen)Mittelstand & Enterprise
GeräteMax. 5 Geräte (limitiert)Unbegrenzt (via Software-Partner)
DatenschutzGreift auf Telefonbuch zu (DSGVO-Problem)100% DSGVO-konform (kein Zugriff auf Kontakte)
AutomatisierungNur simple BegrüßungstexteVollständige Chatbot-Integration & KI
MassenversandBroadcast-Listen (max. 256)Skalierbare Newsletter (unbegrenzt)

Der deutsche Kontext: Warum die API alternativlos ist

In Deutschland ist die Nutzung der normalen Business App auf Firmenhandys ein rechtliches Minenfeld. Da die App Kontakte aus dem Adressbuch an Meta-Server in den USA überträgt, verstößt du ohne komplexe MDM-Lösungen fast zwangsläufig gegen die DSGVO. Dies bestätigen auch Analysen von Superchat und HelloMateo.

Ein WhatsApp Business API Chatbot hingegen läuft über Schnittstellen, die von sogenannten BSPs (Business Solution Providers) oder Software-Anbietern bereitgestellt werden. Die Datenverarbeitung kann hierbei so gesteuert werden, dass Serverstandorte in der EU genutzt werden und keine Metadaten unkontrolliert abfließen. Mehr zu den Kosten und dem Setup erfährst du in unserem Guide WhatsApp Business API kostenlos.

Die 3 Evolutionsstufen der WhatsApp Chatbots

Nicht jeder Chatbot WhatsApp Business ist gleich intelligent. Um zu verstehen, wo das Umsatzpotenzial liegt, müssen wir die drei Entwicklungsstufen unterscheiden. Die meisten deutschen Unternehmen stecken noch in Stufe 1 oder 2 fest – und verschenken damit enormes Potenzial.

Level 1: Der Button-Bot (Regelbasiert)

Dies ist die einfachste Form. Der Bot funktioniert wie ein Baumdiagramm mit starren Verzweigungen.

  • Funktionsweise: Der Nutzer bekommt ein Menü ('Wähle 1 für Versand, 2 für Retoure')
  • Problem: Sobald der Kunde etwas schreibt, das nicht im Menü steht ('Wo bleibt mein Paket?'), scheitert der Bot
  • User Experience: Starr und oft frustrierend – fühlt sich an wie ein Anrufbeantworter in Textform

Level 2: Der FAQ-Bot (NLP-basiert)

Hier kommt einfache Sprachverarbeitung (Natural Language Processing) ins Spiel. Der Unterschied zwischen klassischen Chatbots und moderner Conversational AI revolutioniert bereits jetzt die Kundeninteraktion.

  • Funktionsweise: Der Bot erkennt Schlagworte. Wenn der Kunde schreibt 'Mein Schuh drückt', erkennt der Bot 'Schuh' und 'Problem' und schickt den Link zur Retoure
  • Problem: Er versteht keinen Kontext. Wenn der Kunde fragt: 'Habt ihr den Schuh auch in Rot?', antwortet der Bot vielleicht mit einer generischen Produktseite, statt konkret zu prüfen, ob genau dieses Modell in Rot auf Lager ist
  • Limitation: Keine echte Beratung möglich, nur Ticket-Deflection

Level 3: Der KI-Produktberater (Ziel-Lösung)

Das ist der Business Chatbot WhatsApp, den wir anstreben. Er nutzt Large Language Models (LLMs) wie GPT-4o oder Claude, aber angereichert mit deinen eigenen Unternehmensdaten durch RAG-Technologie.

  • Funktionsweise: Er versteht Nuancen, Kontext und Folgeberechnungen
  • Mehrwert: Dieser Bot berät und führt aktiv zum Kaufabschluss (Conversion), statt nur Support-Tickets zu vermeiden
  • Technologie: RAG verhindert Halluzinationen durch strikt datengestützte Antworten

Beispiel-Szenario für Level 3:

Kunde: 'Ich suche ein Geschenk für meine Frau, sie mag Wandern, aber keine schweren Schuhe. Budget ca. 150€.'

Level 3 Bot: 'Verstehe! Für leichte Wanderungen empfehle ich unsere UltraLight-Serie. Das Modell Alpin wiegt nur 300g und kostet aktuell 139€. Soll ich dir ein Bild in ihrer Größe zeigen?'

Vergleich zwischen Button-Bot und KI-Produktberater im WhatsApp Chat
KriteriumButton-Bot (Level 1)FAQ-Bot (Level 2)KI-Berater (Level 3)
Setup-ZeitWenige Stunden1-2 Wochen2-4 Wochen
User ExperienceFrustrierend, starrAkzeptabel, limitiertNatürlich, hilfreich
VerkaufsfähigkeitKeineMinimalHoch (aktives Selling)
WartungsaufwandGeringMittelInitial hoch, dann gering
ROI-PotenzialNur KostensenkungLeichte KostensenkungUmsatzsteigerung + Kostensenkung

Warum deutsche Unternehmen beratende KI brauchen

Der deutsche Markt tickt anders als der US-Markt. Während in den USA oft Begeisterung für neue Tech-Spielereien herrscht, dominiert in Deutschland Skepsis gepaart mit hohem Qualitätsanspruch. Das gilt besonders für den Einsatz von KI im Kundenservice.

Hohe Erwartungshaltung an Fachwissen

Deutsche Konsumenten erwarten Kompetenz. Ein WhatsApp Chatbot für Unternehmen, der auf eine technische Frage zu einem E-Bike nur mit 'Schau mal in unsere FAQ' antwortet, wird als inkompetent wahrgenommen. Ein KI-Berater, der jedoch spezifizieren kann, welches Drehmoment der Motor hat und warum das für Bergfahrten wichtig ist, baut Vertrauen auf. Dies bestätigen auch Studien von AP-Verlag und Frankfurt AI.

Angst vor Halluzinationen (Falschberatung)

Ein großes Hemmnis für KI in Deutschland ist die Sorge, dass der Bot Unsinn erzählt (Halluzinationen). Wenn ein Bot einer Versicherung falsche Deckungssummen nennt, ist das ein ernstes Haftungsproblem.

Die Lösung: Moderne WhatsApp Business API Chatbots nutzen RAG (Retrieval Augmented Generation). Dabei darf die KI nicht kreativ werden, sondern muss ihre Antworten strikt auf eine hinterlegte Wissensdatenbank (PDFs, Produktkataloge) stützen. Wenn die Info dort nicht steht, antwortet der Bot: 'Dazu habe ich keine Information, ich verbinde mit einem Menschen.' Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Experten von Sprylab und Digicomp bestätigen die Wirksamkeit dieses Ansatzes.

Komplexität der Produkte

Deutschland ist das Land der Ingenieure und des spezialisierten Mittelstands. Produkte wie Heizungsanlagen, Spezialwerkzeuge oder B2B-Software lassen sich nicht über einfache Buttons verkaufen. Sie benötigen Erklärung. Genau hier schließt der KI-Bot die Lücke zwischen Webseite selbst lesen und Vertriebler anrufen. Wie KI Produktberatung steigert den Umsatz messbar.

Deep Dive: So baust du den KI-Berater

Wie kommst du nun von der Theorie zur Praxis? Hier ist der technische Fahrplan für 2025/2026. Wenn du einen strukturierten Ansatz suchst, hilft dir auch unser Guide KI Chatbot nutzen mit konkreten Implementierungsschritten.

Der Weg zum KI-Produktberater in 4 Schritten
1
BSP-Auswahl

API-Zugang über einen zertifizierten Business Solution Provider mit EU-Hosting sichern

2
RAG-Integration

Produktdaten, Handbücher und FAQ in die Wissensdatenbank laden und vektorisieren

3
Guardrails definieren

System Prompts erstellen, die das Bot-Verhalten steuern und Grenzen setzen

4
Human Handoff einrichten

Nahtlose Übergabe an menschliche Mitarbeiter bei komplexen Anfragen konfigurieren

Schritt 1: API-Zugang über einen BSP wählen

Du kannst die API nicht direkt bei Meta kaufen. Du benötigst einen Provider (BSP), der als Vermittler fungiert und die technische Infrastruktur bereitstellt.

Wichtig für Deutschland: Achte auf Serverstandorte (Hosting in Frankfurt/EU) und ISO-Zertifizierungen. Anbieter wie Chatarmin, Userlike oder Superchat haben sich hier spezialisiert und bieten DSGVO-konforme Lösungen, wie Chatarmin in ihren Dokumentationen detailliert beschreibt.

Schritt 2: Das Gehirn bauen (RAG-Integration)

Das ist der wichtigste Differenzierungsfaktor. Statt den Bot nur mit Hallo-Texten zu füttern, verbindest du ihn mit deinem gesamten Unternehmenswissen.

  • Datenquellen: Lade deine Produktdatenfeeds (CSV, XML), Handbücher (PDF) und bisherigen Support-Logs hoch
  • Chunking & Vektorisierung: Die Software zerlegt diese Infos in kleine Häppchen (Chunks). Wenn ein Kunde fragt, sucht der Bot nur die passenden Häppchen und formuliert daraus eine Antwort
  • Halluzinations-Prävention: Das verhindert, dass er Wissen erfindet – er kann nur das sagen, was in deiner Datenbank steht

Weitere Details zur RAG-Implementierung findest du auch in diesem YouTube-Tutorial, das die technischen Grundlagen erklärt.

Schritt 3: Guardrails definieren (Die Leitplanken)

Damit dein Chatbot WhatsApp Business nicht über Politik diskutiert oder Konkurrenten empfiehlt, brauchst du System Prompts – die unsichtbaren Regeln, die das Verhalten des Bots steuern.

Beispiel System Prompt: 'Du bist ein freundlicher Berater für [Firma X]. Du empfiehlst ausschließlich Produkte aus unserem Katalog. Wenn du unsicher bist, biete den menschlichen Support an. Du antwortest kurz und prägnant (max. 3 Sätze). Du diskutierst nie über Politik, Religion oder Konkurrenten.'

Schritt 4: Der Human Handoff (Übergabe)

Auch die beste KI scheitert mal. Ein nahtloser Übergang ist entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Wenn der Bot merkt, dass der Kunde frustriert ist (Sentiment Analysis) oder die Frage zu komplex wird, muss der Chat im selben Fenster an einen Mitarbeiter übergeben werden. Der Mitarbeiter muss den bisherigen Chatverlauf sehen können, um nicht nochmal fragen zu müssen. Wie du deinen Kundenservice optimieren kannst, erfährst du in unserem separaten Guide.

DSGVO-konformer Datenfluss beim WhatsApp Business API Chatbot
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Pricing 2025: Die neue Kostenfalle umgehen

Wer 2025 einen WhatsApp Business API Chatbot plant, muss die massiven Preisänderungen von Meta kennen, die ab dem 1. Juli 2025 (bzw. April 2025 für einige Kategorien) greifen. Das alte Modell (Kosten pro Unterhaltung) wird abgeschafft. Detaillierte Informationen zu den Änderungen findest du bei Twilio und Link Mobility.

Das neue Modell: Per-Template Pricing

Ab Mitte 2025 zahlst du für jede Marketing-, Utility- oder Authentifizierungs-Nachricht einzeln, wenn du diese initiierst. Das hat massive Auswirkungen auf die Kostenstruktur, wie auch AISensy analysiert.

KategorieBeschreibungKosten-Logik (ab Juli 2025)
MarketingAngebote, Produkt-NewsTeuerste Kategorie. Wird pro Nachricht berechnet.
UtilityVersandinfos, BestellbestätigungKostenpflichtig, ABER kostenlos wenn innerhalb des offenen 24h-Service-Fensters gesendet!
AuthenticationOTPs, Login-CodesImmer kostenpflichtig pro Nachricht.
ServiceAntworten auf KundenanfragenKostenlos (innerhalb des 24h-Fensters).

Die Strategie: Das Service-Fenster nutzen

Hier liegt der Schlüssel zum ROI deines KI-Beraters. Wenn ein Kunde den Chatbot anschreibt (User-Initiated), öffnet sich ein 24-Stunden-Fenster. In diesem Fenster sind Service-Antworten kostenlos.

Der Trick: Nutze dieses Fenster nicht nur für Support (Paket kommt morgen), sondern für Beratung (Übrigens, zum Paket passt auch Zubehör XY). Solange der Kunde antwortet, bleibt das Fenster offen und kostenlos. Ein guter KI-Bot hält die Konversation am Laufen und maximiert so die kostenlose Interaktionszeit. Wie Omnichat erklärt, kann diese Strategie die Messaging-Kosten um bis zu 70% reduzieren.

Use Cases: Mehr als nur Support

Wie sieht das in der Praxis aus? Hier sind zwei detaillierte Szenarien, die zeigen, wie Unternehmen den Business Chatbot WhatsApp zur Umsatzsteigerung nutzen. Die Integration von KI Chatbots revolutionieren bereits jetzt den E-Commerce-Bereich.

Szenario A: E-Commerce (Guided Selling)

Case Study Inspiration: Marken wie Snocks oder Woodboom haben gezeigt, wie man WhatsApp als Verkaufskanal nutzt. Woodboom verkürzte den Verkaufszyklus von 4 Wochen auf 4 Tage durch direkte Beratung im Chat, wie Charles in ihrer Case Study dokumentiert.

Der KI-Ansatz: Ein Kunde scannt einen QR-Code auf einem Flyer. Der Bot fragt: 'Suchst du Socken für Sport oder Alltag?' Basierend auf der Antwort führt der Bot durch den Katalog, erklärt Materialien und legt das Produkt direkt in den Warenkorb (via Shopify-Integration).

Ergebnis: Höhere Conversion Rate, da der Kunde nicht im Onlineshop suchen muss. Die persönliche Beratung im Chat schafft Vertrauen und reduziert Kaufabbrüche.

Szenario B: B2B Lead-Qualifizierung

Problem: Vertriebsteams verschwenden Zeit mit unqualifizierten Leads. Jeder Anruf bei einem Nicht-Käufer kostet Ressourcen.

Lösung: Der WhatsApp Chatbot für Unternehmen übernimmt die Vorqualifizierung. Ein typischer Dialog sieht so aus:

  1. Bot: 'Für wie viele Mitarbeiter suchst du eine Software-Lösung?'
  2. Kunde: 'Ca. 500.'
  3. Bot: 'Perfekt, das passt zu unserem Enterprise-Plan. Hast du ein Budget von über 10k€ eingeplant?'
  4. Kunde: 'Ja, wir haben Budget.'
  5. Bot: 'Super! Ich buche dir direkt einen Termin mit unserem Experten. Passt Dienstag um 14 Uhr?'

Nur wenn die Kriterien erfüllt sind, bucht der Bot automatisch einen Termin im Kalender des Sales-Teams. Das ist ein echter Game-Changer für die WhatsApp Bot Automatisierung.

WhatsApp Chatbot Guided Selling Prozess im E-Commerce

Anbieter-Vergleich: Wer kann KI-Berater?

Der Markt für WhatsApp Business API Provider in Deutschland ist unübersichtlich. Hier eine Einordnung basierend auf aktuellen Analysen von Chatarmin und Superchat.

AnbieterFokusKI-Fähigkeit (RAG)DSGVO / HostingGeeignet für
ChatarminE-Commerce & MarketingHoch (Integrierte KI-Flows)✅ Deutschland/ÖsterreichD2C Brands, die Umsatz wollen
SuperchatLokale Unternehmen / KMUMittel (Fokus auf Inbox)✅ DeutschlandAutohäuser, Handwerk, Dienstleister
UserlikeSupport & ServiceHoch (AI Automation Hub)✅ DeutschlandMittelstand mit Fokus auf Support
CharlesEnterprise E-CommerceHoch (Conversational Commerce)✅ EUGroße Brands mit hohem Budget
TwilioDeveloper / API-OnlySehr Hoch (aber Eigenbau nötig)⚠️ US-Konzern (Standard)Tech-Teams, die alles selbst bauen

Empfehlung: Wenn du keine Entwickler-Ressourcen hast, meide reine API-Anbieter wie Twilio. Nutze Plattformen wie Chatarmin oder Userlike, die den KI-Baukasten bereits mitbringen. So kannst du schneller starten und musst weniger selbst entwickeln.

Best Practices: So holst du das Maximum heraus

Neben der technischen Implementierung gibt es strategische Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg deines WhatsApp Business API Chatbots entscheiden. Diese Erkenntnisse stammen aus der praktischen Arbeit mit KI Kundenservice revolutioniert bereits viele Unternehmen.

Conversation Design: Der unterschätzte Erfolgsfaktor

Ein KI-Bot ist nur so gut wie sein Conversation Design. Achte darauf, dass Dialoge natürlich klingen und nicht roboterhaft wirken. Nutze kurze Sätze, stelle Rückfragen und biete immer einen Ausweg an ('Möchtest du lieber mit einem Menschen sprechen?').

Multimodale Fähigkeiten nutzen

Moderne KI-Modelle können nicht nur Text, sondern auch Bilder analysieren. Wenn ein Kunde ein Foto von einem defekten Produkt schickt, kann der Bot das Problem erkennen und automatisch eine Lösung vorschlagen. Das erhöht die Effizienz und begeistert Kunden.

Kontinuierliches Training

Dein Bot lernt aus jeder Interaktion – aber nur, wenn du die Daten nutzt. Analysiere regelmäßig, wo Gespräche scheitern, und füge diese Fälle zur Wissensdatenbank hinzu. So wird der Bot jeden Monat besser.

Fazit: Automatisiere Lösungen, nicht nur Probleme

Der WhatsApp Business API Chatbot hat sich emanzipiert. Er ist nicht mehr der dumme Pförtner, der Kunden abwimmelt. Mit den technologischen Möglichkeiten von 2026 ist er dein skalierbarster Vertriebsmitarbeiter.

Zusammenfassung der Strategie

  1. Wechsle auf die API: Ohne API kein Datenschutz und keine intelligente Automatisierung
  2. Integriere dein Wissen: Nutze RAG-Technologie, um den Bot zum Produktexperten zu machen
  3. Nutze das Pricing-Modell: Verlagere Verkaufsgespräche in das kostenlose Service-Fenster, indem du Kunden dazu animierst, den Chat zu starten (via Click-to-WhatsApp Ads oder QR-Codes)
  4. Starte klein: Beginne mit einer Produktkategorie, trainiere die KI und skaliere dann

Die Frage ist nicht mehr, ob du einen Chatbot brauchst, sondern ob du ihn als Kostenstelle oder als Umsatzmotor begreifst.

FAQ: Häufige Fragen zum WhatsApp Business API

Die Kosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: 1) Software-Gebühr an den Provider (z.B. 99€ - 499€ pro Monat), 2) Meta-Gebühren ab Juli 2025 pro Template-Nachricht (Marketing ca. 11 Cent, Utility ca. 4-5 Cent in DE) – Service-Gespräche sind oft kostenlos, 3) KI-Kosten für die Nutzung von LLM-Tokens (OpenAI/Anthropic), je nach Anbieter. Die Gesamtkosten hängen stark vom Nachrichtenvolumen und der gewählten Strategie ab.

Ja, wenn es richtig implementiert ist. Seriöse Anbieter nutzen die API von OpenAI über europäische Server (z.B. Azure Europe) und stellen sicher, dass deine Daten nicht zum Training der öffentlichen KI-Modelle verwendet werden. Achte unbedingt auf den AV-Vertrag (Auftragsverarbeitungsvertrag), der die Datenverarbeitung regelt.

Ja, moderne multimodale KI-Modelle können Fotos (z.B. von einem defekten Teil) analysieren oder Sprachnachrichten transkribieren und darauf antworten. Das erhöht die Barrierefreiheit und Akzeptanz enorm. Achte bei der Anbieterauswahl darauf, dass diese Features unterstützt werden.

Durch RAG-Technologie (Retrieval Augmented Generation). Dabei stützt sich die KI ausschließlich auf deine hinterlegte Wissensdatenbank. Wenn eine Information dort nicht vorhanden ist, antwortet der Bot, dass er keine Auskunft geben kann und bietet den Kontakt zu einem Menschen an. So werden Halluzinationen verhindert.

Ein einfacher Button-Bot ist in wenigen Stunden eingerichtet. Ein vollwertiger KI-Produktberater mit RAG-Integration benötigt typischerweise 2-4 Wochen. Die Zeit hängt davon ab, wie strukturiert deine Produktdaten bereits vorliegen und wie komplex die Beratungsanforderungen sind.

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