Warum Magento mehr ist als nur ein Shopsystem
Magento (Adobe Commerce) ist weltweit bekannt als das Kraftpaket unter den E-Commerce-Plattformen. Es ist skalierbar, robust und bewältigt komplexe Produktkataloge mit Leichtigkeit. Doch wenn das Gespräch auf Magento CMS (Content Management System) kommt, zucken viele Shop-Betreiber noch immer zusammen. Der Ruf eilt dem System voraus: Zu technisch, zu starr, zu schwerfällig für modernes Storytelling.
Doch dieses Bild ist veraltet. Spätestens mit der Einführung des Page Builders und den massiven Sprüngen in Richtung KI-Integration im Jahr 2024 und 2025 hat sich das Blatt gewendet. Laut Grazitti Interactive hat sich Magento von einem reinen E-Commerce-System zu einer Plattform entwickelt, die durch KI-Integrationen wie Adobe Sensei und ChatGPT leistungsstarkes Content Management ermöglicht. Wer Magento heute nur als Warenkorb-Software betrachtet, verschenkt massives Umsatzpotenzial.
In diesem Guide betrachten wir das Magento Content Management nicht durch die Rückspiegel der Version 1.9, sondern durch die Windschutzscheibe der Version 2.4.8 und darüber hinaus. Wir zeigen dir, wie du von der bloßen Verwaltung statischer Seiten (Über uns, AGB) hin zu einer dynamischen, verkaufsfördernden Content-Strategie gelangst. Dabei schließen wir die Lücke zwischen technischer Administration und moderner Customer Experience – von den Basics des Page Builders bis hin zur Integration von KI-Agenten, die deine CMS-Daten nutzen, um Kunden aktiv zu beraten. Das Thema KI im E-Commerce wird dabei zum zentralen Erfolgsfaktor für moderne Shops.
Der Kern: Wie Magento Content Management funktioniert
Bevor wir in die Zukunft der KI-Automatisierung blicken, müssen wir das Fundament verstehen. Ein solides Verständnis der Funktionen zum Verwalten von Magento-Seiten ist die Basis für jede weiterführende Strategie. Magento unterscheidet im Kern zwischen drei Hauptkomponenten für Inhalte: Seiten (Pages), Blöcke (Blocks) und Widgets.
Die Dreifaltigkeit des Magento CMS
Viele Einsteiger verwechseln diese Elemente. Hier ist die klare Abgrenzung für deine tägliche Arbeit, die auch laut Meetanshi der Page Builder seit Magento 2.4.3 als Standard-Tool etabliert hat:
| Feature | Definition | Typischer Einsatzzweck | Interaktion |
|---|---|---|---|
| CMS Pages (Seiten) | Eigenständige URLs mit vollem Inhalt | Startseite, Über uns, Impressum, Landing Pages für Kampagnen | Der Kunde ruft diese URL gezielt auf |
| Static Blocks (Blöcke) | Inhalts-Schnipsel ohne eigene URL | Header-Hinweise, Footer-Links, Sidebar-Promotions | Werden in andere Seiten oder Layouts injiziert |
| Widgets | Dynamische Elemente mit Logik | Zuletzt angesehene Produkte, Neue Produkte im Sale, Rotierende Banner | Zeigen Inhalte basierend auf Regeln oder Nutzerverhalten an |
Der Gamechanger: Magento Page Builder
Seit der Version 2.4.3 (und fortgeführt in der aktuellen Roadmap bis 2.4.8) ist der Page Builder standardmäßig integriert. Er hat das Magento Content Management demokratisiert. Mussten früher Entwickler HTML-Code schreiben, um ein Bild neben einen Text zu setzen, erledigen das Marketing-Teams heute per Drag-and-Drop. Wie Webkul bestätigt, bietet der Page Builder vorgefertigte Content-Typen für Überschriften, Buttons, Bilder, Videos, Slider und Google Maps.
Die wichtigsten Funktionen des Page Builders umfassen Drag-and-Drop Layouts, mit denen du Zeilen, Spalten und Raster einfach auf die Arbeitsfläche ziehst. Die Live Preview zeigt dir im Backend fast genau das, was der Kunde im Frontend sieht (WYSIWYG - What You See Is What You Get). Vorgefertigte Content-Typen decken alle Standard-Anforderungen ab. Besonders wertvoll ist die Zeitsteuerung: Du kannst Inhalte im Voraus planen und das System schaltet sie automatisch am Stichtag live – perfekt für Black Friday oder saisonale Kampagnen.

Media Gallery: Mehr als nur ein Ordner
Die Verwaltung von Bildern war in Magento oft ein Schmerzpunkt. Die moderne Media Gallery (integriert mit Adobe Stock in der Commerce Edition, aber auch in Open Source stark verbessert) erlaubt nun Tagging für schnelleres Wiederfinden von Bildern, automatische Optimierung in Verbindung mit Fastly oder CDNs sowie Duplikat-Erkennung zur Vermeidung von Speicherplatzverschwendung durch mehrfaches Hochladen desselben Bildes.
Das Problem mit dem Standard-Magento-CMS
Wenn der Page Builder so toll ist, wo liegt dann das Problem? Das Problem liegt nicht im Tool, sondern in der Strategie und der Skalierbarkeit. Die meisten aktuellen Anleitungen behandeln Content als statische Texte zum Lesen – nicht als Grundlage für interaktive Beratung.
Die statische Falle im Content Management
Die meisten Shops nutzen das Magento CMS rein statisch. Sie bauen eine wunderschöne Laptop-Kaufberatung-Seite. Der Kunde muss diese Seite finden, sie von oben bis unten lesen und dann selbst die Transferleistung erbringen, welches Produkt zu ihm passt. Das ist Web 1.0. In einer Zeit, in der Nutzer TikTok-Algorithmen und ChatGPT gewohnt sind, wirkt das Durchwühlen statischer Textwüsten archaisch. Eine KI-Produktberatung im Guide zeigt, dass moderne Kunden aktive Unterstützung erwarten.
Der Wartungs-Albtraum bei großen Katalogen
Stell dir vor, du betreibst einen Shop für Autoteile. Du möchtest für jede Automarke und jedes Modell eine Landing Page erstellen, um SEO-Traffic abzugreifen. Bei 50 Marken und 500 Modellen benötigst du über 500 CMS-Seiten. Dies manuell mit dem Page Builder zu erstellen, ist wirtschaftlicher Selbstmord. Selbst mit Duplicate Content-Funktionen brauchst du Wochen. Hier stößt das manuelle Magento Seiten verwalten an seine Grenzen.
Durchschnittliche Erstellungszeit für eine qualitativ hochwertige Landing Page
Für vollständige Abdeckung eines mittelgroßen Produktkatalogs
Zeitaufwand für komplette Katalog-Abdeckung ohne Automatisierung
Durch KI-gestützte Content-Generierung möglich
Fehlende Interaktion als Conversion-Killer
Ein CMS-Block antwortet nicht. Er sendet nur. Wenn ein Kunde auf der Seite Wanderschuhe Pflegeanleitung ist, aber eigentlich wissen will, ob sein spezifischer Schuh Wachs oder Spray braucht, hilft ihm der allgemeine Text oft nicht weiter. Er bricht ab und fragt Google (oder die Konkurrenz). Genau hier setzt ein moderner KI Chatbot an, der diese Wissenslücke schließt.
Entdecke, wie KI-gestützte Produktberatung deine statischen Inhalte zum Leben erweckt und Kunden aktiv im Kaufprozess unterstützt.
Jetzt KI-Beratung testenDie Zukunft: KI-gesteuertes Content Management
Hier vollziehen wir den Pivot von der Verwaltung statischer Seiten hin zur aktiven Produktberatung. Im Jahr 2025 bedeutet Magento Content Management nicht mehr, Texte zu tippen, sondern Daten für KI-Modelle zu strukturieren. Der Unterschied liegt zwischen passivem Content (Kunde muss lesen) und aktivem Content (KI erklärt es dem Kunden).
Von Text zu Beratung: Generative KI im Einsatz
Anstatt 500 statische Seiten manuell zu schreiben, nutzen moderne Magento-Setups KI-Erweiterungen für OpenAI/ChatGPT oder Adobe Sensei GenAI, um Inhalte dynamisch zu generieren. Wie Webshopextension berichtet, senkt dies den manuellen Pflegeaufwand massiv. Das Thema KI im Kundenservice zeigt, wie diese Technologie bereits erfolgreich eingesetzt wird.
Attribute in Magento sauber einpflegen (Material, Passform, Anlass)
Statt Text schreiben: Prompt im Backend definieren mit Variablen
Automatische Erstellung einzigartiger Beschreibungen für Tausende Produkte
Qualitätskontrolle und finale Anpassungen vor Veröffentlichung
Ein konkretes Beispiel: Anstatt einen Text zu schreiben, definierst du einen Prompt im Backend: Erstelle eine Produktbeschreibung für [Produktname] basierend auf den Attributen [Material, Farbe], im Tonfall abenteuerlustig für die Zielgruppe Outdoor-Fans. Die KI erstellt in Sekunden einzigartige Beschreibungen für Tausende Produkte. Laut Meetanshi unterstützen Erweiterungen wie der Magento 2 AI Content Generator mittlerweile GPT-4 und Google Gemini Modelle für Bulk-Updates.
Dynamische Seiten statt statischer FAQs
Stell dir vor, dein Magento CMS füttert einen Chatbot. Der alte Weg: Kunde liest FAQ-Seite Rückgabe. Der neue Weg: Kunde fragt im Chat Kann ich die Schuhe zurückgeben, wenn ich sie schon getragen habe? Die Technik dahinter: Der Chatbot greift auf die CMS-Daten (Rückgaberechts-Seite) und die Produktdaten zu und antwortet intelligent und kontextbezogen.
Das CMS wird zur Wissensdatenbank (Knowledge Base) für deine KI-Agenten. Ein AI-Produktberater im Shop nutzt genau diese Datenstruktur, um personalisierte Empfehlungen zu geben. Dieses Prinzip der KI-Effizienz im Kundenservice lässt sich auf alle Bereiche deines Shops anwenden.

Automatisierte Übersetzung mit DeepL-Integration
Für deutsche Shops, die international expandieren, ist die Sprachbarriere im CMS oft der größte Blocker. Manuelle Übersetzungen sind teuer und langsam. Hier kommen DeepL-Integrationen für Magento 2 ins Spiel. Wie Extendware dokumentiert, ermöglichen diese Erweiterungen es, CMS-Seiten, Blöcke und Produktattribute mit einem Klick zu übersetzen.
Die Vorteile der DeepL-Integration sind erheblich: Kontext-Verständnis sorgt für deutlich natürlichere Übersetzungen als ältere Tools. Glossare erlauben dir, Fachbegriffe (z.B. Schraubstutzen) zu definieren, die immer gleich übersetzt werden müssen – essenziell für technisches Zubehör, wie Web-Vision betont. Die Massenbearbeitung ermöglicht es dir, den gesamten Shop ins Französische oder Italienische über Nacht zu übersetzen, wie Extendware.de bestätigt.
Best Practices für deutsche Shops (DACH-Region)
Der deutsche Markt hat spezifische Anforderungen an Magento CMS, insbesondere rechtlicher Natur. Hier sind die unverzichtbaren Best Practices für die DACH-Region.
Rechtssicherheit: Impressum und Datenschutz
In Deutschland sind das Impressum und die Datenschutzerklärung keine netten Extras, sondern abmahngefährdete Pflichtinhalte. Wie Shopify und die NRW-Landesregierung betonen, ist deren korrekte Einbindung und Pflege essenziell für die Abmahnsicherheit.
- Technische Umsetzung: Erstelle Impressum und Datenschutz als CMS Pages
- Verlinkung: Nutze Static Blocks oder Widgets für globale Footer-Links auf jeder Seite
- Inhalt: Nutze Generatoren wie eRecht24 oder Trusted Shops, kopiere den HTML-Code für korrekte Formatierung
- Datenschutz-Update: Achte auf dynamische Verweise auf eingesetzte Cookies im Cookie Consent Tool
Store Views richtig nutzen für DACH-Expansion
Viele deutsche Shops verkaufen auch nach Österreich oder in die Schweiz. Der häufige Fehler: Eine CMS-Seite für alle erstellen und hoffen, dass sie passt. Die Lösung liegt in der korrekten Nutzung der Store View-Hierarchie von Magento.
So gehst du vor: Erstelle eine Seite Versandinformationen und wähle im Page Builder den Store View Österreich. Ändere nur den Block mit den Versandkosten – der Rest des Inhalts bleibt identisch (Fallback-Prinzip). Diese Methode ist besonders relevant, wenn du den Vergleich Shopware vs Magento für dein Unternehmen durchführst.
Performance ist King: Core Web Vitals optimieren
Google straft langsame Seiten ab. CMS-Seiten mit riesigen, unoptimierten Bildern aus dem Page Builder sind oft die Übeltäter. Nutze WebP-Bildformate, die Magento nativ unterstützt. Stelle sicher, dass deine CMS-Seiten cacheable sind – füge niemals Blöcke ein, die `cacheable=false` im Layout-XML haben, sonst wird die gesamte Seite bei jedem Aufruf neu geladen und zwingt den Server in die Knie.
Vergleich: Standard CMS vs. KI-gestütztes CMS
Um den Mehrwert der Modernisierung zu verdeutlichen, hier ein direkter Vergleich zwischen dem Status Quo und der Zukunft des Magento Content Management:
| Feature | Standard Magento CMS (Status Quo) | KI-Erweitertes Magento CMS (Zukunft) |
|---|---|---|
| Content-Erstellung | Manuell (Tippen, Formatieren) | Generativ (Prompting, Review) |
| Skalierbarkeit | Linear (1 Stunde pro Seite) | Exponentiell (1 Stunde für 100 Seiten-Prompts) |
| Übersetzung | Agentur oder Manuell | Automatisiert (DeepL API) |
| Interaktion | Passiv (Lesen) | Aktiv (Chatbot / Beratung) |
| Personalisierung | Segment-basiert (Grob) | 1:1 Personalisierung (Adobe Sensei) |
| Wartung | Hoch (Jede Änderung manuell) | Mittel (Regeln und Prompts anpassen) |
Dieser Wandel betrifft nicht nur Magento – auch der Shopware KI Guide zeigt ähnliche Entwicklungen in anderen Shopsystemen. Die KI-Beratung Experience wird zum Standard für moderne E-Commerce-Plattformen.

Schritt-für-Schritt: So startest du die Transformation
Du musst nicht morgen deinen kompletten Shop umbauen. Starte iterativ und baue schrittweise auf. Das Thema KI im Kundenservice Aufgaben zeigt, wie andere Unternehmen diesen Wandel erfolgreich gemeistert haben.
- Audit: Prüfe unter Inhalt > Elemente > Seiten, welche CMS-Seiten veraltet sind. Lösche oder deaktiviere veraltete Inhalte.
- Strukturierung: Wandle wiederkehrende Inhalte (USPs, Versandinfos) in Static Blocks um für effizientere Wartung.
- Page Builder Mastery: Schulde dein Team im Umgang mit dem Page Builder. Nutze Templates für konsistentes Design.
- KI-Testlauf: Installiere eine Extension für KI-Content in einer Staging-Umgebung und teste die Qualität der deutschen Texte.
- Rechtstexte: Prüfe Impressum und Datenschutz auf DDG-Konformität und aktuelle Rechtslage.
Besonders für B2B-Unternehmen bietet der Magento B2B Guide zusätzliche Einblicke in die KI-gestützte Verkaufsberatung für komplexe Geschäftsmodelle.
Häufig gestellte Fragen zu Magento CMS
Magento ist primär eine E-Commerce-Plattform, verfügt aber über umfangreiche CMS-Funktionen. Mit dem integrierten Page Builder, Static Blocks und Widgets kannst du komplexe Inhaltsseiten ohne Programmierkenntnisse erstellen. Es ist ein Hybrid-System, das für produktzentriertes Content Management optimiert ist.
Static Blocks sind statische Inhalts-Schnipsel ohne eigene URL, die du in Layouts einbindest – perfekt für wiederkehrende Elemente wie Header-Banner oder Größentabellen. Widgets hingegen sind dynamische Elemente mit Logik, die Inhalte basierend auf Regeln anzeigen, zum Beispiel zuletzt angesehene Produkte oder Neue Artikel im Sale.
Der Adobe Commerce Marketplace bietet diverse KI-Module wie den Magento 2 AI Content Generator (unterstützt GPT-4 und Google Gemini), DeepL-Integrationen für automatische Übersetzungen und Adobe Sensei für personalisierte Produktempfehlungen. Diese Tools ermöglichen Bulk-Generierung von Produktbeschreibungen und automatisierte Textoptimierung.
Nutze WebP-Bildformate (nativ unterstützt), aktiviere Varnish Cache für alle CMS-Seiten und vermeide Blöcke mit dem Attribut cacheable=false im Layout-XML. Komprimiere Bilder vor dem Upload und nutze ein CDN für schnellere Ladezeiten bei internationalen Besuchern.
In Deutschland sind Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung Pflichtseiten. Seit dem DDG (Digitale-Dienste-Gesetz) vom Mai 2024 haben sich einige Anforderungen geändert. Nutze Generatoren wie eRecht24 oder Trusted Shops und verlinke diese Seiten global im Footer über Static Blocks.
Fazit: Magento CMS als Verkaufsplattform nutzen
Magento CMS ist im Jahr 2025 weit mehr als ein Werkzeug zum Verwalten von Über uns-Seiten. Es ist die zentrale Schaltstelle für deine Kundenkommunikation. Durch die Kombination der soliden Basis (Page Builder, Blöcke) mit der Effizienz moderner KI-Tools (ChatGPT, DeepL, Adobe Sensei) verwandelst du deinen Shop von einem statischen Katalog in eine dynamische Verkaufsplattform.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, mehr Seiten manuell zu bauen, sondern die vorhandenen Daten intelligenter zu nutzen. Wie Mirasvit zeigt, ermöglichen moderne KI-Erweiterungen personalisierte Produktempfehlungen in Echtzeit. Starte heute damit, deine Inhalte nicht nur zu verwalten, sondern sie für dich arbeiten zu lassen.
Die offizielle Adobe Commerce Page Builder Guide bietet weitere technische Details, und MGT Commerce informiert über die neuesten Updates für Magento 2.4.8.
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